Lange haben wir uns überlegt, wo treibt es uns dieses Jahr im "Haupturlaub" hin. Albanien war im Spiel, oder auch mal nach Kroation? Ok, beides haben wir uns angesehen, aber irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen.

Was macht man da? Man fährt nach Sizilien. Da waren wir beide noch nicht. Also, beschlossene Sache. Dann beginnt das nervige Suchen nach der richtigen Unterkunft. Hier beweißt Karin eine unerschütterliche Ausdauer. Ich (Stefan) streiche da ganz schnell die Segel. Ich vertraue ihr da voll und ich hab meine Ruhe ;-)
Somit geht es jetzt von Dortmund nach Catania, ein rund 2 1/2 stündiger Flug mit Eurowings. Dort wartet hoffentlich unser Mietwagen auf uns, den wir für 14 Tage gebucht haben. Dummerweise hab ich zu lange gewartet und nu is die Kiste (entschuldigt den Ausdruck, aber Fortbewegungsmittel mit Verbrennermotor wäre übertrieben, überdachte Zündkerze trifft es eher) glatt 100 Euro teuerer. Also erster Tipp: Mietwagen mindestens mal 4 Wochen vorher buchen!
Ziel unserer Reise ist Letojanni, ungefähr eine Stunde nördlich von Catania.

Da wir nicht zu den Menschen zählen, die sich 2 Wochen an den Strand legen und die dann sagen, "war schön auf Sizilien" ;-) werden wir wohl täglich einen Ausflug mit dem Mietwagen unternehmen.
Resumé:
Nachdem wir jetzt 2 Wochen auf Sizilien verweilt haben, glauben wir, uns ein Urteil erlauben zu dürfen.
1. Die Insel an sich ist landschaftlich sehr schön. Was uns jedoch sehr gestört hat, ist, dass die Häuser sehr verfallen sind und nichts daran gemacht wird. Außerdem laden die Sizilianer ihren Müll in sämtlichen Parkbuchten oder an der Autobahn ab. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig!
Absolut positiv fanden wir, dass man an jeder Ecke auf Geschichte trifft. Wer also sehr auf Geschichte steht, ist dort gut aufgehoben. Es wird auch immer alles auf Tafeln mehrsprachig (zumindest in englisch) erklärt.

Highlight war der Aufstieg zum Ätna. Man kommt sich vor wie auf einem anderen Planeten. Wir haben festgestellt, dass der Marco Polo Reiseführer gut ist, aber wir teilweise eine andere Sicht der Dinge hatte. Palermo war für einen Tagestripp zu weit weg, wenn dann nur mit Übernachtung. Also haben wir Palermo erstmal ausgelassen.

2. Die Menschen auf Sizilien sind immer und überall sehr hilfsbereit und nett. Es sei denn, sie steigen ins Auto, dann beginnt der nackte Krieg. Also Autofahren auf Sizilien ist eine Herausforderung und nicht für Verkehrsanfänger zu empfehlen. Man kann sich überall Hilfe holen, notfalls mit Händen und Füßen, da die Einheimischen nicht unbedingt englisch sprechen und wir nicht italienisch.
3. Das Essen ist überall im Focus. Ihr solltet die landesübliche Küche und Süßigkeiten unbedingt probieren. Arrancini oder Cannoli sind ein "Muss". Pizza sowieso, aber auch viele Fischspezialitäten, ganz frisch aus dem Meer, lecker. Auch die Weine sind sehr gut. Preislich ist alles im Rahmen, klar eine Meeresfrüchteplatte kostet schon mal jenseits der 30 Euro, aber wie gesagt haben wir nichts überteuertes gefunden.






4. Das Hotel "Antares" was wir hatten, war gigantisch von der Größe, die Ausstattung etwas in die Jahre gekommen, aber es war immer alles sauber. Das Frühstück war täglich dasselbe, hätte man besser machen können. Das Abendessen war super gut! Somit brauchten wir abends nicht noch durch die Gegend fahren zum Essen. Das Personal war super freundlich. Auch der Service im Speiseraum war der Knaller. Man wurde immer empfangen und an den Tisch geleitet. Applaus für die Crew.










5. Als Autovermietung hatten wir Maggiore gewählt. War eine super Wahl und ist glaube ich in ganz Italien verfügbar. Alles ging sehr unbürokratisch. Man wollte uns auch nicht noch eine Versicherung aufschwatzen. Ich habe am Anfang geschimpft über das sehr kleine Auto. Heute sehe ich das anders. Dieser kleine Wagen hat uns so manches Mal den A..... gerettet. Auf Sizilien gilt, umso kleiner das Auto, umso besser. Es gibt wirklich öffentliche Straßen, da haben wir mit dem Fiat 500 gerade so durchgepasst. Auf Bergpässen kommen einem oft große Reisebusse entgegen, auch war das gut, dass wir dran vorbei gepasst haben. Parken ist das riesen Ding auf Sizilien. Man bekommt so gut wie nie einen Parkplatz, nie in die Innenstädte fahren mit dem Auto!!! Es gilt, nicht bei gelb abgegrenzten Parkplätzen parken, ist für Anwohner. Blau und weiß ist gut. Immer drauf achten ob gebührenpflichtig oder nicht. Da sonst 26 Euro Bußgeld drohen. Die App "Easy Park" läuft da super, sollte man sich unbedingt installieren. Insgesamt sind wir in den 14 Tage mit unserem roten Floh 3.320 km gefahren. Rekord!







Hier ist die Karte, wo wir überall waren:

An-/Abreise waren unproblematisch. Mietwagen war von Deutschland aus gemietet, ging super. Da wir keinen Transfer zum Hotel hatten, haben wir den Wagen gleich am Flughafen übernommen und auch dort wieder abgegeben. Dauerte keine 10 Minuten.
Sizilien wird uns in guter Erinnerung bleiben, aber nicht zu unseren Urlaubsfavoriten werden, wie z. B. Apulien. Trotzdem lohnt sich eine Reise nach Sizilien auf jeden Fall! Dann bis zur nächsten Reise. Arrivederci :-)

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